verein

wer wir sind…

bubastis ist ein österreichischer tierschutzverein für katzen und hunde, aber auch für andere hilfsbedürftige tiere in ungarn
der verein besteht aus zwei vorstandsmitgliedern: marina ruschitzka und bibiana schlegel


was wir machen…

unsere hauptaufgaben sind die rettung von unerwünschten bzw. herrenlosen katzen in ungarn, kastrationsprojekte, sowie die vermittlungshilfe für andere vereine bzw. tierheime in ungarn
neben katzen beherbergen wir auch hunde und andere tiere, dies aber in begrenzter zahl, da es uns sowohl an helfenden händen, als auch an unterbringungsmöglichkeiten mangelt


wie alles begann…

bubastis entstand aus einer notlage zweier privatpersonen, die ein wochenendhaus in ungarn mit 2 katzen teilten
nach 4 jahren und 16 weiteren katzen kam es zum ersten schicksalsschlag
eine österreichische tierschützerin machte die beiden auf ein ungarisches tierheim in sopron aufmerksam
ein tierheim, das im eigentlichen sinne eine tötungsdeponie war
eine tötungsdeponie, wo hunde und katzen hingebracht werden, um beseitigt zu werden
wird ein hund gefunden, hat er eine frist von 14 tagen, in der er hoffen kann, dass ihn sein besitzer findet und befreit
wird ein hund abgegeben entfällt diese frist, er kann jederzeit beseitigt werden, die hunde haben hier keine freie wahl, auf welche art und weise sie getötet werden
in den meisten tötungsdeponien sind katzen kein thema
hunde werden registriert, wenn sie reinkommen und es wird vermerkt, wenn sie abgeholt, sterben oder getötet werden
katzen werden in der regel nicht registriert, somit hat der schächter freie hand
die nette tierschützerin, die sich bis dahin um diese armen katzen kümmerte, bat um die aufnahme von ein paar katzen, bis sie einen platz gefunden hat
nach einer woche gab der angestellte der tötungsdeponie zu verstehen, dass wenn die beiden sich künftig nicht um die katzen kümmern, soll er sie beseitigen
nach 2 weiteren, glimpflich verlaufenen jahren und einen auf 33 aufgestockten katzeneigenbestand wurde am 25. februar 2004 der tierschutzverein bubastis ins leben gerufen


das erste jahr, verlief noch ruhig, bis 2005 dann explosionsartig katzen aus allen ecken und enden ungarns den weg zu uns fanden
der höchststand 2005 belief sich auf 156 katzen und ca. 20 hunde, mehr als 200 katzen fanden ein neues zuhause

2006 war ein jahr voller schwierigkeiten
einige menschen in ungarn zeigten für unsere arbeit überhaupt kein verständnis und versuchten uns  jede menge steine in den weg zu legen
mehrere kontrollen folgten, von amtstierärzten, die sich jedes mal gefreut haben, als sie unser chaos ansahen
geendet hat es schließlich mit einem zeitungsartikel und einer reportage im fernsehen
als nächstes musste eine hundefarm aufgelöst werden, bei der viele ungarische organisationen beteiligt waren
wir als österreicher waren unerwüscht, bekamen aber dennoch als einzig österreichischer verein neun hunde zur betreuung
unser höchststand 2006 betrug 200 katzen und 22 hunde, wieder konnten 200 katzen ein zuhause finden und auch ca. 70 hunde

2007 hatten wir einen höchststand von mehr als 200 katzen und 30 hunden, für mehr als 200 katzen und 150 hunde konnte ein neues zuhause gefunden werden
ende 2007 standen wir dann vor dem aus, in einem 12 qm zimmer hatten wir bereits 54 unvermittelbare katzen, die anderen räume waren auch besetzt
wir wussten nicht mehr, wie wir die tierarztkosten  und futterkosten bezahlen sollten, wir wussten nicht mehr woher wir die zeit nehmen sollten
auf unseren hilferuf hin, haben wir einige spenden bekommen, aber nicht die erhoffte hilfe, nämlich jemanden, der uns bei der abnahme der katzen aus der tötungsdeponie und den anderen orten hilft

alleine im april und mai 2008 haben wir 60 trächtige kätzinnen bzw. mütter mit babies bekommen, einige konnten noch rechtzeitig kastriert werden und einige durften auch wieder an ihren alten platz zurück

die wende 2008…

im sommer 2008 hatten wir einen höchststand von 250 katzen und 54 hunden
nach 18 stunden arbeit mit den tieren, wurden die vereinsinternen anspannungen immer größer
die kraft schwand, der wille war dahin, das WIR war gewesen
schließlich musste die ursache der unannehmlichkeiten weg, nämlich die arbeit und somit auch die tiere
da das bisher genutzte grundstück privateigentum, eines der gründungsmitglieder war und dieses mit 1. jänner 2009 aus dem verein austreten wollte, musste gehandelt werden
somit wurde ein umzug beschlossen
am 15. november 2008 wurde ein neues kapitel begonnen
mit sack und pack und 3 freiwilligen helfern standen wir vor unserem neuen domizil
ein feld, ein baucontainer, ein wohnwagen und ein heruntergekommener, ehemaliger stall
kein wasser, kein strom, kein abwasser
die bisher unvermittelten katzen bezogen den container, die hunde den ehemaligen stall, das schwein ein provisorisches gehege und das wir (8 katzen und der auserkorene schreiberling) den wohnwagen
geheizt wurde mit gas, wasser gab es in kanistern und strom aus einem kleinem, kurzlebigem aggregat
seit 21. dezember haben wir einen eigenen wasserschacht und können uns die kanister nun selbst abfüllen

2009

seit jänner 2009 befindet sich das neue vorstandsmitglied petra schrittwieser im verein
ein neues WIR ist geschaffen
die letzten katzen von 2008 wurden vermittelt und am 10. februar kam auch bereits der erste zuwachs aus der tötungsdeponie soprons
nach 4 monaten warten, kam schließlich am 21. märz provisorischer strom
im frühsommer konnten wir unser heim um einen container mit freigang für die katzen und 4 hundezwinger erweitern
die arbeit konnte beginnen
im sommer 2009 wurde zu unserem bedauern ein neuer arbeiter in der tötungsdeponie sopron angestellt
mit ihm kamen nur noch komplikationen
leider interessierte es ihn nicht, was aus den tieren wurde und so wurden wir erst tage später angerufen, als eine neue katze eintraf
bis dato konnten wir es immer so regeln, dass wir umgehend angerufen wurden, sobald eine katze abgegeben wurde, damit diese nicht länger als ein paar stunden in der tötung warten musste
die katze wurde von uns aus dem käfig geholt und dieser wurde dann von uns gereinigt
da der neue angestellt seine kostbare zeit nicht opfern wollte, mussten die katzen oft mehrere tage in einem käfig, umgeben von kot, urin und jaulenden hunden ausharren, danach waren sie komplett verstört und meist schwer aggressiv
die tiere wurden nur mehr notdürftigst versorgt und die erforderlichen hygienemaßnahmen wurden nicht mehr eingehalten
so geschah es, dass wir im juli und august 2009 ingesamt 151 katzen bekamen, wovon 118 katzen aus der tötungsdeponie sopron stammen und am ende des monats mehr als 100 katzen unsere quarantäne nicht mehr lebend verlassen haben
auch in der tötungsdeponie selbst stapelten sich rapide die hundekadaver, die sopron holding kft, welche für die tötungsdeponie zuständig ist, stritt jedoch vehement ab, dass es überhaupt vorfälle von parvovirose gab
da wir dort ständig ein und aus gingen und somit beobachten konnten, dass zuerst die hundeleichen mit einem besen weggeräumt wurden und danach bei den anderen hunden und katzen mit ein und demselben besen der kot aus den käfigen geholt wurde, machte es für uns keinen sinn mehr weitere katzen aus der tötung zu holen
alle bemühungen den neuen angestellten dazu zu bringen, zumindestens die katzen in ruhe zu lassen und uns einfach anzurufen waren vergeblich
als die käfige von uns gereinigt wurden und wir die dreckigen schüsseln im mülleimer, wo sich auch die hundeleichen befanden, entsorgten, wurden die schüsseln vom angestellten wieder rausgefischt und ungewaschen der nächsten katze in den käfig gegeben, auch wenn sich darin weder futter, noch wasser befand
für uns war es jedenfalls nicht mehr möglich diese bürde auf uns zu nehmen, die tierarztkosten fraßen uns auf und jeden tag zig katzenleichen entsorgen zu lassen, war einfach nicht mehr machbar
sieben lange jahre wurden alle katzen aus der tötungsdeponie sopron von uns geholt, keine katze musste in der tötung sterben, alle erhielten die chance auf ein besseres leben
seit september 2009 müssen die katzen in sopron wieder sterben, sobald sie in der tötungsdeponie abgegeben werden - offiziell werden katzen nicht angenommen
2009 haben mehr als 300 katzen und 50 hunde eine vorläufige unterbringung bei uns gefunden, für mehr als 150 katzen und 50 hunde konnte ein zuhause gefunden werden

2010

im märz 2010 durfte der zweibeinige katzen- und hundesitter unseres tierheimes nach zwei wintern endlich aus dem wohnwagen ausziehen und in einem container einzug nehmen, die unzähligen mäuschen und der schimmel durften getrost zurückbleiben
die finanzierung war uns durch ein darlehen ermöglicht worden, da die spendengelder leider nicht ausreichten
wasserleitungen gab es noch immer nicht, aber das schlafen im schianzug und unter 4 decken war endlich geschichte
ebenfalls konnte für unsere hunde ein weiterer zwinger angeschafft werden

im ersten halbjahr durften wir uns gleich dreimal über den besuch des veterinäramtes freuen
ausschlaggebend waren einige anzeigen, die wir bekamen, da unsere hunde als gefährlich angesehen werden und wir keinen zaun haben, die anwohner aber dennoch "schauen kommen wollen" auch wenn dies gelegentlich in handgreiflichkeiten übergeht oder plötzlich wieder etwas bei uns abhanden kommt - wenn halt gerade keiner da ist - und unsere hunde - eingesperrt in zwingern und einem größeren gehege - den unerwünschten besuchern dann natürlich angst machen, "leider" wurde bei der einen "handgreiflichkeit" bei der unser zweibeiniger tierheimbetreuer angegriffen wurde, der angreifer von den hunden "gemaßregelt"
die bürgermeisterin unseres dorfes war leider gezwungen zu handeln und so wurde uns auferlegt das grundstück einzuzäunen, jedoch mit einigen besonderen bedingungen
da wir uns einen zaun schlicht und einfach nicht leisten können, mussten die gemeinde einen anderen weg finden uns loszuwerden
im august wurde ein neues gesetz erlassen, nachdem pro grundstück nur noch drei hunde beherbergt werden dürfen
mit diesem gesetz wurde uns druck gemacht, unsere hunde zu entfernen, uns wurde allerdings ein deal unterbreitet, der jedoch leider nur mündlich erfolgte
uns wurde angeboten, dass wir soviele hunde wie wir möchten halten können, wenn wir im gegenzug sämtlich straßenhunde bzw. ungewollten hunde aus unserem und den beiden umliegenden dörfern aufnehmen, da die gemeinden sonst den schächter der tötungsdeponie sopron kommen lassen müssen und den abtransport der hunde bezahlen müssen
jedoch war der haken, dass wir die hunde nur für zwei wochen behalten dürften, nach diesen zwei wochen sei es uns selbst überlassen, wie wir die hunde entsorgen wollten, wir können sie auch nach sopron bringen, wo sie für uns entsorgt werden
auf dieses thema braucht man verständlicherweise nicht weiter eingehen....
zu unserem glück teilt sich unser grundstück auf drei grundstücke auf, wovon zwei landwirtschaftlich nutzbar sind - wir sind hier nunmal auf einem feld... - und somit dürfen wir 13 hunden bei uns obdach gewähren
wer meint, dass diese aktion nicht mehr zu toppen ist, irrt sich leider
bei unserem hilferuf nach pflegestellen und fixplätzen, schnappte ein gnadenhof die gelegenheit auf und verbreitete die information, dass bei uns 65 tiere eingeschläfert werden würden
da der gnadenhof zu beginn selbst nicht wusste, wo sich diese angeblichen 65 tiere befinden, wurden wir sogar gebeten, ob wir nicht hunde und katzen aufnehmen könnten
als die sache geklärt schien, wurde die information erneut an die zeitung weitergegeben
da die bilder unserer tiere bekannt sind, reagierten viele spender empört und unterließen die spendenbereitschaft
nicht nur, dass wir einen teil unserer spender und paten durch diese aktion verloren haben, wurden wir von dem gnadenhof auch noch mit einer anzeige bedroht, da wir auf unserer homepage eine richtigstellung veröffentlichten, die richtigstellung verweilte somit noch ein weiteres jahr auf unserer startseite

im sommer mussten wir unser auto zurückgeben, da wir uns die auszahlung nicht leisten konnten
als ersatz diente ein alter ford escort, der nach dem ersten monat und 15 tausend gefahren kilometern den dienst verweigerte und dauereinzug beim mechaniker nahm

im dezember kam der nächste schlag mitten ins gesicht
auf dem nachbargrundstück wurde fleißig gestohlen und auf die bitte unserer nachbarin hin, die polizei zu rufen, wurde dies von uns gemacht
wir wären ja immerhin auch dankbar, wenn unsere anwesenden nachbarn nicht immer wegsehen würden, wenn bei uns wieder etwas gestohlen wird
weil ja in ungarn bekanntlich alles ein bisschen länger dauert, konnten wir fotos von den dieben machen und letztendlich landete alles bei der polizei
dann, drei tage später, war der erste hund tot, ein weiterer lag eine woche lang in der quarantäne
den hunden wurde mit salmonellen verseuchtes fleisch in die zwinger geworfen (salmonellen befinden sich nur im fleisch kranker tiere, sie entstehen nicht durch schlechte lagerung, was leider viele menschen denken)
drei weitere hunde verstarben an salmonellen und für den zweibeiner bei uns gab es drei morddrohungen
wunderlicherweise hatte dann unser zweibeiniger, veganer katzen- und hundesitter im februar 2011 eine salmonellenvergiftung

2010 fanden 122 katzen und 44 hunde einen unterschlupf bei uns, die meisten katzen stammen aus kastrationsprojekten und viele durften wieder an ihren platz zurück, 18 katzen kamen aus dem tierheim györ zu uns, mehr als 75 katzen und 47 hunde fanden ein neues zuhause

2011
das jahr ist noch nicht vorbei, aber wir können voller freude berichten, dass wir seit ostern 2011 wasserleitungen haben und somit warmes wasser direkt aus der leitung haben, v.a. im winter ist das eine erhebliche erleichterung, da nicht mehr zig mal am tag die wasserkocher eingesetzt werden müssen
möglich war dies durch einen unserer hundeadoptanten, der sowohl material als auch installateur zu verfügung stellte

fortsetzung folgt...

unsere vision…

es mag blasphemisch sein, aber unser ziel ist es, unsere arbeit im bereich des tierschutzes eines tages mit gutem gewissen niederlegen zu können
nicht aus dem grund, dass wir nicht mehr wollen, sondern mit der absicht, dass es eines tages nicht mehr notwendig sein wird tierschutz zu betreiben
auch wenn dies in ferner zukunft liegen mag, oder unsere generation es nicht mehr erleben wird, es ist die hoffnung darauf, dass es eines tages soweit sein wird

was wir tun können ist es tierleid einzugrenzen und teilweise zu verhindern mittels kastrationsprojekten und aufklärung
und das werden wir tun


marina ruschitzka