die situation

ungarn gilt mit seiner gastfreundschaft als beliebtes reiseziel, wer jedoch einmal einen blick hinter die kulissen erhascht hat, merkt sehr schnell, dass in diesem land der raue alltag vorherrscht und freundschaftlichkeit weit entfernt ist, besonders wenn es um tiere geht

in ungarn beträgt die mehrwertsteuer 25 prozent, auch bei tiernahrung, medikamenten und lebensmitteln
die menschen sind hier weit entfernt vom günstigen einkaufsparadies, v.a. wenn man bedenkt, dass das durchschnittsgehalt in ungarn noch immer 300 euro beträgt und viele ungarn erst gar nicht arbeiten gehen wollen, da sie für dieses geld den ganzen tag arbeiten müssten
dass da die tiere auf der strecke bleiben ist nur wenig verwunderlich, wo doch eine kastration einer katze in sopron bereits mehr kostet als im burgenland und die menschen hier oft damit zu kämpfen haben selbst zu überleben

wer sein haustier in ungarn nicht mehr haben möchte, setzt es in der regel aus oder macht kurzen prozess

der tierschutzverein bubastis befindet sich 20 minuten nach sopron

das nächstgelegene tierheim befindet sich eine autostunde entfernt und ist nicht für katzen ausgerichtet

in sopron gibt es seit ca. 2008 einen tierschutzverein, der jedoch kein tierheim hat und tiere in der tötungsdeponie abgibt

so kamen wir zum beispiel zu einem großen, schwarzen hund namens puma, der von seinem obdachlosen besitzer beschlagnahmt wurde, der in einer verlassenen fabrik lebte und schließlich in der tötungsdeponie landete
der tierschutzverein war der ansicht, dass der obdachlose keinen hund haben dürfte und somit sollte dieser hund besser sterben, denn einen platz wo sie ihn unterbringen hätten können, hatte der verein nicht
puma war gut genährt, wohl erzogen und ein rießen schmuser, er muss von seinem besitzer echt furchtbar misshandelt worden sein! wahrscheinlich hat sein herrchen nicht so gut ausgesehen wie puma...

viele hunde werden von organisationen aus tötungsdeponien geholt

wer jedoch einmal die routine in einer tötungsdeponie kennt, weiss, dass dies ein wunschdenken ist und zb schwarze, große hunde haben die geringsten chancen je gerettet zu werden

die tötungen in ungarn werden meist von firmen betrieben, die für das sauberhalten der straßen verantwortlich sind, man kann ja den touristen keine herumstreunenden hunde oder katzen zumuten, deshalb werden diese täglich "eingesammelt" und entsorgt

diesen tieren sollte lt. gesetz eine frist von 14 tagen gegeben werden, in der sie hoffen können, dass sie ihr besitzer abholt oder jemand anders ihnen ein zuhause geben möchte

viele hunde, die entlaufen sind und eingefangen wurden, schaffen es nicht einmal von ihren besitzern abgeholt zu werden, weil sie zuvor getötet werden

wir, der tierschutzverein bubastis, sind 7 jahre lang, ständiger besucher der tötungsdeponie soprons gewesen

in diesen 7 jahren wurden sämtliche katzen von uns umgehenst abgeholt

in diesen 7 jahren konnte tausenden katzen ein furchtbares schicksal erspart werden

auch unzählige hunde, wie puma, erhielten eine neue chance bei uns

in den ersten 6 jahren in dieser tötung hatten wir eine kooperation mit dem schächter der tötung, der uns sofort informierte, wenn eine katze oder ein kranker hund hereinkam

oftmals holten wir mehrmals pro tag diese tiere, um ihnen die wartezeit in der tötung zu verkürzen

in einer woche wurden oft bis zu 35 katzen abgegeben!

direkt neben den hundekäfigen, sitzen die katzen in käfigen

verdreckt durch ihren eigenen kot und urin kauern sie am ende des käfigs und beissen und kratzen um sich, wenn man sie hinausholt

hunde reagieren oft so aggressiv, dass man nicht einmal in ihre nähe gehen kann

sie preschen gegen das gitter, beissen hinein und brüllen wie am spieß

offiziell werden diese tiere eingeschläfert, wer jedoch holt so ein tierchen hinaus, um ihm eine spritze zu verabreichen!?

v.a. wenn es sich um einen 50 kg schweren rottweiler handelt, der in seinem käfig komplett durchdreht!

dass diese tiere erschlagen werden, ist längst kein geheimnis mehr

alleine die vorstellung, dass ein tierarzt zu so einem aggressiven hund in den käfig geht ist lächerlich

ausserdem wird den hunden und katzen in dieser zeit nicht einmal futter zur verfügung gestellt

die tötungsdeponien in denen man bei den tieren volle futternäpfe sieht, werden von tierschutzorganisationen betreut und selbst da braucht man auch noch einen schächter mit herz - wenn es soetwas überhaupt geben sollte

viele tötungsdeponien sind offiziell nicht bekannt

in den meisten tötungen werden die tiere eingesperrt und man wartet bis sie von alleine verrecken

nicht nur, dass die tötungsdeponie sopron seit ca. 2008 geld für die herausgabe der tiere verlangt - umgerechnet ca. 50 euro - es wird auch inoffiziell geld verlangt, wenn ein tier abgeholt werden soll

privatpersonen müssten zum teil bis zu 40 euro bezahlen, damit ein tier abgeholt wird, infolgedessen werden viele tiere einfach ausgesetzt oder zuhause getötet

auch gemeinden müssen dafür sorgen, dass es keine straßenhunde gibt, da diese ja gefährlich werden und ein kind anfallen könnten

die entsorgung dieser hunde kostet viel geld, somit werden die meisten straßenhunde erschossen, vergiftet oder erschlagen, wenn man sich das geld für eine kugel sparen möchte

auch die katzen werden systematisch ausgerottet

jede woche sterben so unzählige hunde und katzen, weil wir ihnen keinen freien platz bieten können!

2009 gab es für die katzen in sopron und umgebung einen schweren schicksalsschlag

in der tötungsdeponie gab es einen neuen schächter, der nur wenig muße hatte auch nur irgendetwas zu tun

katzen mussten oft tagelang warten, bis wir von alleine kamen um nachzusehen ob es welche gab, da es ihm zu mühsam war anzurufen

die tiere wurden nicht mehr richtig versorgt und es brach im frühjahr bereits parvovirose (=katzenseuche) bei den hunden aus, was verschwiegen wurde!
obwohl herumliegende hundeleichen und zahlreiche, sterbende hunde genug beweis sein sollten!

der kot wurde mit ein und demselben besen aus jedem käfig rausgeholt!

die käfige wurden niemals desinfiziert!

mit dem ehemaligen schächter, hatten wir vereinbart, dass die käfige für die katzen von uns geputzt werden und er nur katzen in desinfizierte käfige setzen sollte, was sechs jahre lang wunderbar funktioniert hat!

im juli und august 2009 bekamen wir insgesamt 151 katzen, davon waren 118 katzen aus der tötungsdeponie soprons

mehr als 100 katzen haben unsere quarantänestation nicht mehr lebendig verlassen, da auch sie parvovirose hatten

jedes jahr gab es katzen mit katzenseuche in sopron, niemals war dies ein problem, da durch die hygienemaßnahmen sich die krankheit nie richtig verbreiten konnte und die anzahl der erkrankten katzen minimal war

wenn der neue schächter allerdings die von uns entsorgten futterschüsseln aus dem müllcontainer, wo auch die leichen entsorgt wurden, wieder rausholt und in die sauberen käfige gibt, auch wenn er niemals futter oder wasser hineingab, dann ist das ganze sinnlos!

90 prozent aller katzen aus der tötung waren immer krank, sie hatten katzenschnupfen, weil sie auf dem kalten gitter sitzen mussten, waren ausgetrocknet, abgemagert, hatten sämtliche parasiten oder schlimmeres, von den psychischen problemen, die ein solches tier davonträgt, braucht man erst gar nicht anfangen

oft wurden frisch geborene katzenbabies ohne mutter abgegeben

die meisten ausgewachsenen kätzinnen waren trächtig

aber das gehörte leider zur routine

in den beiden monaten jedoch hatten wir solch enorme tierarztkosten, dass wir die aufnahme von tieren aus der tötungsdeponie soprons stoppen mussten

seit september 2009 müssen katzen, die in der tötung soprons landen wieder sterben, da die andere tierschutzorganisation, die einen teil der hunde von dort holt, sich nicht für katzen zuständig fühlt

wieso diese tötungsdeponien nicht einfach schließen?

viele menschen haben sich dieses ziel vorgenommen, jedoch bietet keiner eine alternative

es stellt sich nur die frage ob es besser ist, den tieren eine chance in einer tötung zu geben oder sie gleich zu eliminieren

da es in unserer gegend keine tierheime gibt, ist die tötung die einzige anlaufstelle für menschen, die ihr tier nicht gleich im eigenen hof töten oder es aussetzen möchten!

aber auch für menschen die gerne einem tier helfen möchten ist die tötung die einzige anlaufstelle, da es hier keine tierheime gibt!

unserer vermittelten katzen und hunde und natürlich deren besitzer sind für diese chance dankbar

wenn eine katze oder ein hund jedoch zwei wochen in einem käfig ohne futter, ohne wasser, bei hitze oder frost ausharren muss, bis zum kommenden tod, ist das sicherlich barbarisch

aber genauso ist es, wenn diese tiere mit einem knüppel erschlagen werden oder so oft gegen den boden geschlagen werden, bis sie tot sind

diese tiere wären sicherlich dankbarer für einen schnellen tod durch ein auto oder eine gewehrkugel

dafür ist aber nicht das gebäude, welches den namen tötungsdeponie trägt zuständig, sondern einzig und alleine der mensch!

viele menschen leben noch immer mit dem glauben, dass die tötungsdeponien eigentlich tierheime sind und die hunde und katzen immer ein schönes zuhause bekommen

das funktioniert nur, solange es auch genug leute gibt, die diesen tieren helfen, egal ob tierschutzorganisation oder privatperson!

vor jahren boten wir an, dass wir sämtliche hündinnen, auf unsere kosten kastrieren lassen würden, bevor diese vermittelt werden würden, egal ob an eine privatperson oder an eine tierschutzorganisation

vom transport bis zur nachversorgung hätten wir alles selbst organisiert, jedoch möchte in ungarn keiner einen kastrierten hund aufnehmen! - zumindest wurde unser angebot mit dieser begründung abgelehnt!

alleine die unzähligen welpen, die jährlich in den tötungen landen wären vermeidbar, wenn man kastrationsprojekte akzeptieren und eine kastrationspflicht einführen würde, aber es würde auch reichen, wenn zb die tierärzte in sopron leistbare preise anbieten würden!

die alternative ungarisches tierheim

auch in einem ungarischen tierheim erbringt der mensch die leistung und das heisst nicht, dass es in einem ungarischen tierheim anders zugeht als in einer tötungsdeponie, dies gilt aber nicht nur für ungarn...!

viele tierheime werden dafür bezahlt tiere aufzunehmen, umso mehr tiere sie vorweisen, umso mehr geld fließt dann auch ins portemonnai

diese tierheime die mit solch einem vorsatz arbeiten sind womöglich die schlimmsten brutstätten, die es überhaupt gibt

um die leute ins tierheim zu locken, braucht ein jedes tierheim ansprechende tiere, das sind vorwiegend rassetiere und welpen, manchmal funktioniert es auch wunderbar mit ganz armen tieren, denen bereits eine gliedmaße oder ein auge fehlt oder die andere wewechen haben und so das herz der leute erweichen

mit alten, unvermittelbaren tieren, hat ein tierheim somit nur kosten, kosten die ein überfülltes tierheim sich aber nicht leisten kann

es ist keine seltenheit, dass ältere oder schwer vermittelbare tiere eingeschläfert werden

so findet man in vielen tierheimen kaum hunde, die älter als 6 jahre sind, denn die sind ja wirklich schon zu alt...

oftmals werden auch welpen eingeschläfert, weil sie nicht dem trend entsprechen!

es kommt auch nicht selten vor, dass tiere zum verhungern alleine gelassen werden, weil man keine verwendung für sie hat, was oft der fall bei katzen ist

diese tiere fangen dann an sich gegenseitig zu fressen und man findet nur noch teile von katzen in den käfigen!

in besser geführten tierheimen werden bereits die rüden kastriert, bevor sie in ein gehege kommen, wo lauter unkastrierte hündinnen sitzen, jedoch gibt es immer wieder rüden, die verabsäumt werden, was dann natürlich katastrophale folgen hat...

nur wer sich ein eigenes bild macht, weiss wovon er spricht! aber passen Sie auf, denn der schein trügt nur allzu oft...

eine bemerkung zu guter letzt:

nicht nur von einheimischen werden hunde und katzen in einer ungarischen tötung abgegeben

es ist schier unbegreiflich, wie viele tiere aus dem ausland ihren letzten platz auf dieser welt in einer ungarischen tötung finden

die hunde hören nur auf deutsche befehle oder haben sogar noch eine alte österreichische marke oben, wenn Sie es nicht glauben, überzeugen Sie sich selbst!

genauso braucht sich keiner wundern, warum in ungarn in sachen tierschutz nichts voran geht

die meisten, in ungarn lebenden, österreicher und deutschen legen ihre werte bei der grenze ab und behandeln ihre tiere schlimmer als die ungarn! wenn eh keiner schaut, braucht man immerhin keinem etwas vormachen!!!

fotos von tierheimen: